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Reichtum

"Reich ist derjenige,
der sich jeden Tag aufs Neue
vom Leben faszinieren läßt."

Das fiel mir gerade so ein
...und ich dachte, ich schreibe das einfach mal so hin.
2.6.06 19:19


Werbung


Freundin? Ja oder Nein?

Aus gegebenem Anlaß schreibe ich mal was dazu, obwohl ich mir das Thema für einen späteren Zeitpunkt aufheben wollte. Aber gut. Vor ein paar Monaten haben wir in unserer Firma einen neuen Vertriebler eingestellt. Hin und wieder hatten wir etwas miteinander zu tun gehabt, aber vor zwei Tagen hatten wir ein längeres Gespräch. Es ging hauptsächlich um den Newsletter, den wir an unsere Kunden verschicken und die Artikel, die ich beisteuern sollte. Wie das halt so ist, weicht man vom Thema ab und quatscht über ganz andere Dinge, als für die man bezahlt wird. Jedenfalls fragte er aus dem Kontext heraus, ob ich Frau/Freundin/Verlobte o.ä. hätte. Ich fragte: "Wozu?" und sein Blick wurde leicht quadratisch. Eine Frage, mit der er überhaupt nicht gerechnet hatte. Aber seine Reaktion war typisch, denn die bekomme ich an der Stelle immer. Natürlich hakte er nach, wie ich das meine und ich stellte die Frage in der langen Version: "Wofür soll ich mir eine Frau suchen?" Offensichtlich hatte er sich diese Frage nie gestellt oder anderweitig darüber nachgedacht, denn er wußte nicht, was er antworten sollte. Stattdessen grinste er nur ein bißchen und sagte: "Ja, wofür eigentlich?" Er ist ein paar Jahre älter als ich, verheiratet, zwei Kinder und ein frisch gebautes Haus. Wie man das halt so aus der Werbung und bunten Magazinen kennt. Heute dann habe ich von einem Kollegen noch zwei Bilder mit der Digitalkamera von mir machen lassen, denn es soll noch eins von mir in den Newsletter. Die habe ich dem Vertriebler geschickt und als Antwort erhielt ich: "Sieht doch sehr schmuck aus. Kann gar nicht glauben, dass es für Dich keine passende Frau geben soll. ;-)" Ähm... Hallo? Gut, er ist Vertriebler, er soll verkaufen, aber bitte nicht mich. Komplimente bekomme ich auch ab und zu (was ich nicht sonderlich gut abkann), aber er ist ein Mann! Ich glaube nicht, daß er von der warmen Sorte ist, siehe verheiratet, Kinder und so. Obwohl... Egal.

Worauf ich hinaus will ist die Frage: "Wozu einen Partner haben?" Wenn man sich mal anschaut, wieviel Chaos die Beziehungsführerei bei manchen im Leben anrichtet, fragt man sich immer wieder, warum sich die Leute das antun. In Gesprächen über das Thema kristallisiert sich meist heraus, daß alle eine Beziehung haben wollen, aber keiner weiß, warum. Die meisten haben einfach ein Bedürfnis, eine zu haben. Vielleicht habe ich da einen Defekt, denn ich habe dieses Bedürfnis nicht. Jedenfalls vermutet das meine Mutter immer, daß da irgendwas mit mir nicht stimmt. Ich denke aber, ich bin gesund. Viel schlimmer sind meiner Ansicht nach die dran, die sich regelrecht verkrampfen und depressiv werden, weil sie niemanden finden. Oder man schaue sich die seelisch Vernarbten da draußen an, denen kaputtgegangene Beziehungen mehr oder weniger sichtbar das Nerven- und Emotionskostüm zerrissen haben und nicht zuletzt das ganze restliche Elend um Schlägereien, Mord, Selbstmord oder vielleicht sogar Kriege externer Link. Sicher, das sind die ganzen negativen Begleiterscheinungen. Schauen wir uns mal die positiven an: Man hat jemand, dem man vertrauen kann, mit dem man was unternehmen kann, mit dem man kuschelt, Kinder zeugt oder diesen Vorgang einfach nur bis zur Erschöpfung übt. Natürlich gibt's mehr positive und negative Aspekte, als die hier aufgezählten, aber ich denke, die kennt jeder, der sich mal auf das Schlachtfeld Beziehung gewagt hat oder entsprechende Kämpfe aus nächster Nähe beobachten konnte/durfte/mußte. Jetzt entscheidet natürlich jeder selber, ob die positiven die negativen Dinge aufwiegen. So ist das zumindest gedacht, nur kaum jemand macht das. Meiner Erfahrung nach, ist die Fähigkeit zur Entscheidungsfindung bei Einsetzen emotionaler Befindlichkeiten bei den meisten deutlich eingeschränkt. Oder anders ausgedrückt: "Liebe macht blind." Das muß so sein, denn sonst würde keiner eine Beziehung eingehen. Heutzutage geht nämlich kaum noch jemand freiwillig eine Beziehung ein, weil er es "vernünftig" findet. Das war vielleicht früher so, weil man auf die Mitgift, den Besitz oder die Titel der anderen Familie oder sonstiger Dinge mit Status scharf war. Heute geht man meist aus emotionalen Beweggründen eine Partnerschaft ein. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn dabei nur nicht so viele auf der Strecke blieben oder als emotionaler Krüppel endeten.

Aus der Sicht der Vernunft gibt es kaum Gründe, eine Partnerschaft einzugehen, denn es gibt eine gute Alternativmöglichkeit: die Freundschaft. In einer guten Freundschaft bekommt man fast alle Vorteile unter Vermeidung der meisten Nachteile. Klar, da gibt's vielleicht auch mal Unstimmigkeiten, aber das artet gemeinhin nicht so aus, wie in einer Beziehungskonstellation. Freunde können z.B. im Allgemeinen nach einem Streit besser vergeben, als Partner. Das liegt daran, daß sie eine gewisse Distanz zueinander haben, was eine Wesenseigenschaft der Freundschaft ist. "Die Freundschaft ist eine Kunst der Distanz, so wie die Liebe eine Kunst der Nähe ist." sagte mal jemand schlaues namens Sigmund Graff. Recht hatte der alte Charmeur. Diese Distanz hat den erheblichen Vorteil, daß jeder so bleiben kann wie er ist. Mehr noch, eine gute Freundschaft bezieht unter Umständen ihren Reiz gerade aus diesen Unterschieden, ohne daß der Zwang besteht, Kompromisse einzugehen. Geht doch mal in Gedanken eure Freunde durch und überlegt, was ihr eigentlich an ihnen schätzt. Meist ist es doch so, daß man gerade die Wesenszüge schätzt, die so anders als die eigenen sind. Hin und wieder werden diese Wesenszüge gar als Marotten wahrgenommen. Jetzt stelle man sich mal vor, wie es wäre, wenn diese, am Freund als liebenswert angesehen Marotte, der eigene Lebenspartner kultivieren würde. Nun? Eben. Diskussionen, Nörgeleien, Mord und Totschlag wären die Konsequenz. Sir Peter Ustinov sagte mal (so oder so ähnlich): "Einen Freund erkennt man daran, daß man ihn mag, nicht wegen, sondern trotz seiner Fehler."

Auf die Unterscheidung zwischen Mann und Frau als Freund habe ich bewußt verzichtet. Wie wir alle wissen, unterscheiden sich Mann und Frau recht deutlich voneinander. In Anbetracht des vorangegangenen Abschnitts sollte der geneigte Leser aber erkennen, daß eine gute Freundschaft zwischen Mann und Frau nicht ausgeschlossen, sondern sogar sehr schön, erfüllend und auf jeden Fall machbar ist. Tatsächlich ist es so, daß sich mein Freundeskreis hauptsächlich aus Frauen zusammensetzt. Gerade die Unterschiede in den Betrachtungsweisen des Lebens und der Bewertung von Erlebnissen macht diese rein freundschaftlichen Beziehungen interessant. Keine dieser Frauen wollte ich als Partnerin in einer Beziehung haben, nicht, weil sie als Frau unattraktiv wären (oft ganz im Gegenteil), sondern mehr, weil dann an die Stelle mancher Unterschiede Kompromisse treten müßten, um ein Zusammenleben zu ermöglichen.
"Durch längeres Zusammenleben können wir einen Freund verlieren, durch Trennung nie." - Johannes Müller
(Ich liebe Zitate. Merkt man das?)

Eine Beziehung zwischen zwei Menschen heißt für mich, daß zwei Individuen zum Teil miteinander "verschmelzen". Man gibt Teile seiner Eigenheiten auf, ersetzt sie durch Eigenheiten des anderen oder kreiert neue. Trotzdem bleiben beide noch zu einem gewissen anderen Teil eigenständig. So sollte es zumindest sein. Das Symbol für die Ehe z.B. sind zwei Ringe, die sich zum Teil überschneiden. Ich frage mich nur, warum ich Eigenheiten von mir aufgeben sollte oder warum es der andere tun sollte. Ich mag mich so, wie ich bin und die anderen ebenso. Ich will nichts von meiner Persönlichkeit aufgeben, nur um eine Beziehung zu ermöglichen. Andersrum möchte ich nicht, daß jemand anders seine Persönlichkeit für mich ändert, nur um mir zu gefallen und sich als möglicher Partner anzubiedern. Das habe ich nämlich recht häufig erleben müssen, daß Frauen mir zuliebe Gewohnheiten umstellten, sich unsicher über ihre persönlichen Eigenschaften waren oder sonstwie ihren eigenen Charakter in Frage stellten oder gar änderten. Ich möchte aber nicht, daß sie sich ändern. Ich möchte, daß die Leute so sind, wie sie sind. Das macht sie nämlich aus und zu etwas Besonderem.

Ich will aber nicht weiter langweilen, denn das, was ich sagen will, ist, daß ich eine Freundschaft einer Beziehung deutlich vorziehe, da sich in einer Freundschaft die Protagonisten unverfälscht einbringen können, ohne das gefühlsmäßige Tohuwabohu drumherum. Das ist zwar weniger spektakulär, aber nicht minder erfüllend. Außerdem hindert mich niemand, mehr als nur einen Freund oder Freundin zu haben. Gefühle sind auch nicht außen vor, denn auch Freunde kann man lieb haben. Zu guter letzt kann ein ausgesuchter Freundeskreis sogar die Familie ersetzen, mit dem großen Vorteil, daß man sich seine Familienmitglieder aussuchen kann. Daß das einen gewissen Reiz hat, ist nicht nur mir aufgefallen: Ersetzt die Freundschaft die Familie? externer Link.

Drum nochmal die Frage: Wozu einen Partner haben, wenn ich Freunde haben kann? Irgendwelche Antworten?
28.5.06 16:32


The sense of life is v0id

"The sense of life is void." heißt frei übersetzt: "Das Leben hat keinen Sinn.". Das klingt für viele negativ. Ist es aber gar nicht. Es ist einfach nur eine Feststellung und ändert erstmal gar nichts. Doch viele sagen dann gleich: "Moment mal, wenn das Leben sinnlos ist, dann ist ja alles, was man macht, sinnlos!?" "Stimmt. Und?" "Das kann nicht sein. Es muß doch einen Grund geben, daß es uns gibt." "So? Welchen?" "Ja, keine Ahnung. Aber da muß es einen Grund geben." Und so läuft das immer. Man stellt eine Frage und bekommt entweder keine Antwort oder 'zig unterschiedliche und man ist genau so schlau wie zuvor. Drum habe ich einfach mal ein paar Jahre darüber nachgedacht, habe mir ein bißchen die Welt angesehen und bin auf die Suche nach dem Sinn des Lebens gegangen.

Gefunden habe ich ihn nicht. Kein Wunder, wenn es ihn nicht gibt, kann ich ihn auch nicht finden. Anfangs war die Erkenntnis für mich auch überraschend und etwas verstörend, aber inzwischen finde ich es sogar ganz logisch. Außerdem ist das Leben dadurch viel angenehmer und reichhaltiger geworden. Das klingt paradox? Mitnichten. Ist kein Ziel vorgegeben, kann man sich ganz frei selber welche suchen und sich sein Leben nach eigenem Gutdünken frei selbst gestalten.

Aber der Reihe nach. Wie komme ich darauf, daß das Leben sinnlos ist? Der Antwort näher kommt man z.B. über die Frage: "Warum ist der Himmel blau?" Es gibt darauf eine physikalische Antwort externer Link und zwar ist der Himmel blau, weil die Zusammensetzung der Atmosphäre dazu führt, daß der blaue Anteil des Sonnenlichts, der auf die Erde trifft, stärker gestreut wird als alle anderen Farbanteile. Toll. Für die Physik ist also alles geklärt. Doch wie lautet die philosophische Antwort? Warum ist der Himmel gerade blau und nicht rot? Wäre doch genau so möglich, oder? Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, welche Farbe der Himmel hätte haben können. Tatsächlich ist er blau. Ist das Zufall oder Absicht?

Die Antwort darauf: weder noch. Das ergibt sich aus dem anthropischen Prinzip externer Link. Ganz kurz, was das ist: Das Universum, das wir beobachten, muß für die Entwicklung intelligenten Lebens geeignet sein, da wir andernfalls nicht hier sein und es beobachten könnten. Noch kürzer: Wäre das Universum nur geringfügig anders beschaffen, gäbe es uns nicht. Im Bezug auf den blauen Himmel heißt das: Wäre er rot, gäbe es den Menschen nicht. Warum? Weil die harte UV-Strahlung der Sonne dann ungehindert die Erde träfe und die Entwicklung von Leben verhindert hätte. UV=Ultraviolett=blaues Farbspektrum. Wäre der Himmel also nicht blau, wären wir nicht hier und könnten uns somit nicht die Frage stellen, warum er blau ist. Das klingt auf den ersten Blick nach Absicht. Irgendjemand hat den Himmel blau gemacht, damit wir Menschen entstehen können. Andererseits ist das etwas kurz gedacht und zu sehr auf sich selbst bezogen, denn schaut man mal ins Weltall raus, sieht das schon wieder arg nach Zufall aus. Für uns vielleicht ein glücklicher Zufall, aber eben immer noch Zufall, denn nach derzeitigem Wissenstand stehen wir mit unserem blauen Himmel ziemlich alleine da. Das anthropische Prinzip gibt also auch keine Antwort nach dem "Warum?", klopft aber den Status Quo fest, daß alles so sein muß, wie es ist, sonst gäbe es uns nicht.

Für viele Menschen ist dieses Sinnvakuum unerträglich und haben deswegen die Götter und die zugehörigen Religionen erfunden. Sie sagen, Gott habe die Welt und alles darin geschaffen und zwar so, daß wir darin entstehen können. Aha. Auf die Frage, warum er das gemacht hat, bekomme ich entweder die Antwort "Weil es ihm gefällt." oder "Das ist sein göttliches Geheimnis.". Während die letzte Antwort einen überhaupt nicht vorwärts bringt (wobei ich mich dann frage, warum die Leute dann überhaupt an einen Schöpfer glauben), ist die erste Antwort etwas sinniger, aber immer noch sehr vage. Es ist, als ob man ein Aquarium aufbaut, Wasser einläßt und Fische reinwirft und sie dann beim Herumschwimmen, Fressen und anderen Dingen beobachtet. Die Leute machen das, weil es ihnen gefällt und sie es interessant finden. Die Fische und das Aquarium existieren also, damit der Mensch seinen Spaß hat. Was haben die Fische davon? Interessiert sie das überhaupt? Soweit ich das beobachten konnte, ist das den Fischen herzlich egal und machen, was sie wollen, egal, ob's dem Menschen gefällt oder nicht. Außerdem existieren die Fische ja nicht ausschließlich deswegen, um dem Menschen Freude zu bereiten. Warum existieren sie denn dann? Warum existiert überhaupt etwas? Nur weil's einem gelangweilten Gott gefällt? Eine etwas dürftige Erklärung, wie ich finde. Außerdem, wer hat ihn erschaffen und warum? Die Religionen mühen sich nach Kräften, den Menschen zu erklären, warum sie existieren (die Menschen und die Religionen). Dummerweise hat jede eine andere Erklärung und keine davon beantwortet die Frage nach dem Sinn auch nur annähernd. Sie erklären ja noch nicht einmal, warum der Himmel blau ist. Sie könnten sagen, mit dem Hinweis auf obiges anthropischen Prinzip, daß der Himmel blau ist, damit der Mensch überhaupt entstehen konnte. Das aber erklärt nicht, warum der Schöpfer die Welt nicht so kreiert hat, daß der Mensch auch unter einem roten Himmel existieren kann. Warum zur Hölle gerade blau? Die Religionen haben also auch keine Antwort, egal, ob es um die Frage nach dem Sinn des Lebens geht oder andere Dinge.

Die beste Antwort auf die Frage "Warum ist der Himmel blau?" habe ich mal von einem Bekannten gehört: "Der Himmel ist blau, weil das Gras grün und die Blumen gelb sind." Das klingt nach einer ziemlichen Nonsens-Antwort. Ist es auch, denn worum ging's nochmal? Das alles keinen Sinn hat. (Nonsens kommt aus dem Französischen und heißt sinnlos.) Es gibt keinen besonderen Grund. Es ist eben so. Das Universum und alles darin ist also irgendwann mal entstanden und die gegebenen Kräfte der Natur haben den Menschen hervorgebracht. Egal, wie ich es drehe und wende, ich kann keinen tieferen Sinn darin entdecken.

Ich finde das aber kein bißchen schlimm. Im Gegenteil, es bedeutet, daß ich nichts falsch machen kann und daß ich mein Leben so gestalten kann, wie es mir gefällt.

Welche Auswirkungen die Erkenntnis hat, daß das Leben keinen Sinn hat, erkläre ich dann in anderen Einträgen in diesem Blog.

“Wir sind hier in diesem ganz und gar fantastischen Universum und haben kaum eine Ahnung davon,
ob unser Dasein eine wirkliche Bedeutung hat.“
Fred Hoyle
britischer Astronom
20.11.05 19:13